Forschungsprojekte

Berufsfeld Architektur

Langzeitstudie zur kritischen Reflexion der sozio-politischen Bedingungen der zeitgenössischen Produktion von Architektur in Österreich (2004-14). Basis ist ein Forschungsprojekt und eine forschungsorientierte Seminarreihe über die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen die im Bereich der österreichischen Architektur tätig sind.

In den vergangenen Jahrzehnten sind massive Veränderungen im Umfeld der Entstehung von Architektur zum Tragen gekommen. Dadurch wurden die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Protagonisten stark verändert und teilweise belastet. Um erstmals zusammenhängende Daten und Fakten über die Lebens- und Arbeitssituation der österreichischen Architekturszene zu erhalten wurde zwischen 2004 und 2014 quantitative und qualitative, empirische Erhebungen im Projekt „Berufsfeld Architektur“ durchgeführt. Menschen der Architekturszene sind entweder Architekturschaffende oder Architekturinvolvierte oder beides, jedenfalls sind sie alle als ArchitekturaktivistInnen an der öffentlichen Wahrnehmung von Architektur beteiligt. Architektur ist nicht nur einer der stärksten Bereiche der Österreichischen Kreativwirtschaft. Vor allem ist sie von prägender Bedeutung für die gebaute Umwelt. Mehr noch, sie bezeichnet gleichzeitig eine Szene, eine Branche, eine Kunstform, eine Lebenshaltung und Erwerbsarbeit. Bei Architektur handelt es sich um ein Berufsfeld in dem sehr viele Schichten von gesellschaftlichen sowie kulturellen Bedeutungen verknüpft und überlagert sind. All das formt die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Szene.
„Berufsfeld Architektur“ steht für Forschung zu Architektur als gesellschaftliche Sphäre die als Kunst, Wissenschaft und Wirtschaftszweig auftritt. Ergebnis ist die Europaweit einzigartig umfangreiche und detaillierte Studie zu einer nationalen Architekturszene. Die Studie „Berufsfeld Architektur“ stellt in zwei Bänden eine Bestandsaufnahme und Zeitdiagnose am Beginn des 21. Jahrhunderts dar und gibt Auskunft über Lebenswelt und Wissen einer Szene von Kulturschaffenden.

Kontakt / Team
Projektleitung, Konzept: Oliver Schürer (email)

Kooperation Berufsfeld Architektur 1.0 mit:
Steirischer Herbst
Haus der Architektur Graz
Technikum Joanneum
Architekturzentrum Wien
FH Technikum Wien
Katharina Tielsch
Gordana Brandner

Kooperation Berufsfeld Architektur 2.0 mit:
IG Architektur
ÖIAV
Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten
FH Technikum Wien
kulturwoche.at
Christoph Müller

Studierende:
Ackerl Hubert, Aglassinger Johanna, Akaratovic Enes, Akhlaghi-Farsi Maryam, Aksöz Zeynep, Baranowitz Susanne, Bäumker Jana, Beilke Bastian, Bertok Samuel, Biering Yvonne, Blaschek Jasmine Alia, Blaschek Jasmine Alia, Bujak Magdalena, Buryak Olena, Dal-Bianco Bernhard, Danila Iulia, Demuth Harald, Deutsch Martin, Dielacher Katrin, Diertl Carmen Christa, Domac Maja, Doymaz Murat, Dürmoser Marion, Dürmoser Marion, Eder Elisabeth Brigitta, Eder Michael, Eglauer Tobias Valentin, Erdogan Ihsan Hale, Ersoylu Idil, Ettl Julia, Fasching Gregor, Flimelova Karolina, Friedam-Wagenknecht Kerstin, Gaugelhofer Benjamin, Gimpl Andreas, Giongo Klaudia, Golda Michael, Groiss David, Gruber Bernhard, Gustavson Dorian David, Hahn Thomas, Haider Alexander, Hamberger Christel, Hasslacher Michael Jan Christoph, Havelska Petra, Heinzle Nora, Herold Patrick, Heshmatpour Christian, Hetzmannseder Florian, Hintermayer Markus, Höfer Nicole, Holubowsky Jan-Maria, Illetschko Markus, Jaritz Patrick, Kager Michael, Kasumovic Adila, Keimelmayr Katharina, Kirchmair Stephan, Klenovsky Saskia, Klug Maria, Knapp Christian, Knauer Philipp, Kogler Martina, Kohlmayr Theresia, Kornblum Wolfgang, Kotai Akos Laszlo, Kovacevic Zarko, Krenmüller Raimund Wolfgang, Kristofor Elena, Ktenidis Silvia, Lackner Silvia, Landolf Michael, Lang Christina, Latzko Julia, Lazar Elisabeth Jacquline, Lehner Judith, Leitner Oliver, Leitner Oliver, Lenhart Josefine, Ligata Aida, Lindner Anna, Loder Kerstin, Lontschar Florian, Lorenz Fabian, Macek Oliver, Mahsenoglu Ekrem Ömer, Maktav Pinar, Marian Thomas, Mayer Evelyn, Mazhar Niel, Medvecka Jekaterina, Meleschnig Mario, Messner Mirjam, Miceta Ana, Michetschläger Monja, Misianikova Andrea, Mörtl Ursula, Muhr Christian, Nogel Katharina, Orsi Francesco, Park In Soo, Pavlas Corinna, Pimminger Lucia, Ploderer Andreas, Pogacar Stefan, Pokorny Nina, Prassl Mathias, Pressler Lorenz, Puchner Jennifer, Putzer Katherina, Radic Neda, Reichart Julia, Riza Mirushe, Rodas Vargas Gloria Elena, Sageder Larissa Christina, Sander Verena, Sandmeier Mario, Schafhauser Julia Agnes, Schelling Kathrin Maria, Schläger Maria-Elisabeth, Schlatt Anna-Sarah, Schmelzing Björn, Schmidt Patrick, Schmidt Sicco, Schmoll Markus, Schmoll Markus, Schöberl Elisabeth, Scholik Christophe, Schreiner Georg, Schütz Theresa, Schütze Catherine, Schwendinger Josef, Silbermayr Lisa, Stephanides Angelika, Taxer Markus, Tencheva Tanya, Topalovic Tanja, Ulmer Frank-Jonas, Vencelidesova Lucie, Volgger Thomas, Von Wiedersperg Carolina, Vukoman Milan, Vymetal Juliane, Weigel Dagmar, Weikert Johannes, Weisböck Mario, Wieser Daniel, Wieser Michael, Wieser-Linhart Jakob, Winger Philipp, Wrabel Eva-Maria, Zarrin Panah Nassir, Zeller Maria Magdalena.
Bednar, David; Berthold, Sebastian; Buchmann, Oliver; Cermenika, Betim; Cigic, Magdalena; Friedl, Nikolaus; Georgieff, Stefan; Gonano, Clemens; Gördes, Daniel; Gram, Franz; Halmetschlager, Michael; Hana, Philipp; Hasanovic, Ahmet; Hofer, David; Höllein, Peter; Jungwirth, Daniel; Kaufmann, Johannes; Kollmann, Sebastian; Laczkovits, David; Lewisch, Thomas; Lukas, Mathias; Nemeth, Andreas; Nguyen Thanh, Tung; Paier, Klarissa; Pohl, Johannes; Rees, Nicholas; Schachinger, Sandra; Schermann, Matthias; Sklenar, Catherina; Stanzel, Felix; Tinoco Lobo, Andreas; Zanoni, Marcel; Zotter, Martin


Projektgeschichte
Berufsfeld Architektur ist eine zweiteilige Studie über die Lebens- und Arbeitssituation der österreichischen Architekturschaffenden, erarbeitet von 2004-14. Der erste Teil der Untersuchung, Berufsfeld Architektur 1.0, basiert auf einer quantitativen Erhebung. Der zweite Teil, Berufsfeld Architektur 2.0, basiert auf einer qualitativen Erfassung.
Wollte man bis 2008 Daten über die österreichische Architekturszene, musste man sich mit Ergebnissen der großen Datenerhebungen, wie etwa der Arbeitsstättenzählung oder der Volkszählung, zufrieden geben. Diese und ähnliche Erhebungen produzieren allerdings zu grobes Datenmaterial um damit die feingranulierte Struktur des Berufsfeldes Architektur ausreichend genau betrachten zu können. Über die Hintergründe des Architekturmachens standen keine Fakten zur Verfügung, sondern lediglich vielen Mythen und Geschichten, die in der Szene teilweise über Generationen hin tradiert worden waren. Kollektiv geteilte Geschichten sind wichtig, um einer sozialen Sphäre wie der Architekturszene Zusammenhalt zu geben. Aber sie bilden die soziokulturelle Wirklichkeit nur verzerrt, nach den partikulären Interessen ihrer ErzählerInnen, ab. Innerhalb der Szene gelten etwas andere Gesetze als außerhalb. Was innerhalb als unhinterfragter Grundsatz gilt, ist außerhalb der Szene oft unverständlich oder wenig wirkmächtig – außer es kann durch Fakten plausibel hinterlegt werden.
Berufsfeld Architektur 1.0: Von 2004-6 wurde von Oliver Schürer mit Studierenden-Gruppen, im forschungsgeleiteten Seminar Berufsfeld Architektur an der TU Wien, an den Grundlagen für den Fragenkatalog zu einer anonymen Erhebung gearbeitet. In Kooperation mit Statistikexperten wurde der Fragenkatalog 2006 für die quantitative Erhebung von Daten aufbereitet. Damit wurde 2006-7 die erste österreichweite Erhebung von detaillierten Daten über Architekturschaffende durchgeführt. Sie wurde am Festival „Steirischer Herbst“ 2006 im Rahmen der Ausstellung ‚Arbeiten’ im Grazer Haus der Architektur gestartet. Mit der Auswertung dieser Erhebung war erstmals umfassendes, empirisches Material zur österreichischen Situation verfügbar und stellte die Datenbasis für den quantitativen Teil der Studie. Fachleute aus verschiedensten Bereichen betrachten die Architekturszene aus den Perspektiven von berufsrechtlicher Situation, Berufseinstieg, Marktforschung, Kreativwirtschaft, Arbeitssoziologie, freie Berufe, Vergleiche mit anderen Branchen der Kreativwirtschaft auf volkswirtschaftlicher und europäischer Ebene. 2008 wurde der erste Teil publiziert und im Wiener Architekturzentrum AZW, präsentiert sowie zur Diskussion gestellt.
Berufsfeld Architektur 2.0: Zwischen 2009-2014 wurde im Seminar an der qualitativen Untersuchung gearbeitet. Interviewfragen für persönliche Gespräche wurden auf Basis des ersten Fragenkatalogs entwickelt. Die Interviewpartner wurden in strukturierten Debatten im Seminar ausgefiltert. Es entstanden strukturierte Video-Interviews als Basis für den zweiten Teil der Studie. 33 Interviews werden als Video-Podcast veröffentlicht. Die Aussagen in den Interviews wurden 2013 von Statistikexperten ausgewertet und, soweit statistisch möglich, mit den Ergebnissen der quantitativen Erhebung verglichen. Auf Basis der Auswertungen und Interviews wurde der vorliegende zweite Teil der Studie mit Expertisen von Fachleuten aus verschiedensten Bereichen entwickelt.
In der Veranstaltungsreihe Berufsfeld Architektur wurde die Studie 2014 präsentiert und zur Diskussion gestellt – eine Kooperation von TU Wien, IG Architektur, ÖIAV und FH Technikum Wien. Die Vernetzungen der vielfältigen Themen, mit Fokus auf Architektur als gesellschaftliche Sphäre und Lebenswelt, war Inhalt der Konferenz „Berufsfeld Architektur; Lebenswelt, Wissen und Vernetzung“ im Palais Eschenbach am 13.März 2014. Die Spezifikation auf zeitaktuell wichtige Themen der Architekturbranche war Inhalt des Symposiums „Berufsfeld Architektur; Praxis aktuell“ an der IG Architektur am 29. und 30.4.2014.
Die zweiteilige Studie Berufsfeld Architektur, hinterlegt einerseits bisher vermutete Eigenschaften der Architekturszene mit Fakten, und macht andererseits bislang unbemerkte Prozesse und Strukturen erkennbar. Sie bildet ein Reservoir von quantitativ und qualitativ erhobenen Fakten über die österreichische Architekturszene: eine Bestandsaufnahme, eine Zeitdiagnose und eine Darstellung von Architektur als Lebenswelt, Wissensgebiet und als Allianznetz aus vielen dicht verwobenen Lebens- und Arbeitsnetzwerken.
Diese Produktion von Fakten hat das Potential einen Beitrag zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituationen von Menschen der österreichischen Architekturszene zu leisten und verweist auf Bereiche, in denen neue Geschäftsfelder erschlossen werden können. Die Studie stellt vielfältige Beiträge bereit für die Diskussion von Architektur- und Standespolitik, für die Entwicklung von gesetzlichen und steuerlichen Maßnahmen sowie für zukünftige Fördermaßnahmen der vielen unterschiedlichen Segmente der Szene.



Veranstaltungsreihe zum Abschluss der zweiteiligen Studie Berufsfeld Architektur, 2014:
in Kooperation mit dem Österreichischen Ingenieur und Architektenverband, ÖIAV, 2014
in Kooperation mit der IG-Architektur, 2014



Qualitativer Teil der Studie:



Quantitativer Teil der Studie:



Datenkunst in der Gruppenausstellung Arbeit, im Haus der Architektur Graz, am Kunstfestival Steirischer Herbst
im forschungsgeleiteten Seminar Berufsfeld Architektur



Forschung über Netzwerke, interdisziplinäre Teamzusammenarbeit, Projektstrukturen, Expertisen in der Architektur.